Uni 2018: Die Zukunft der Uni Eimsbüttel

September 29, 2011 Kein Kommentar

Vorstellung der Wettbewerbsergebnisse zum Neubau der Uni im Universitätsausschuss der Bezirksversammlung.

Die „Ressource Bildung“ im sonst so ressourcenarmen Deutschland ist inzwischen zum Allgemeinplatz geworden. Kaum jemand bezweifelt mehr die herausragende Bedeutung, die Bildung und Wissenschaft für unser Land haben. Doch lässt der Zustand der Universität Hamburg leider in einigen Bereichen zu wünschen übrig.

Ein Problemfeld ist der bauliche Zustand der meisten Uni-Gebäude. Insbesondere die Gebäude des „Campus Bundesstraße“, etwa das Geomatikum und die Chemie-Gebäude, bedürfen längst einer umfangreichen Erneuerung. Dabei verfügt die Uni in Eimsbüttel über ideale Voraussetzungen: Fast nirgendwo sonst ist eine Universität so gut in die Stadt und das sie umgebende Viertel eingebunden wie in Eimsbüttel.

Doch ist die dringend benötigte Erneuerung der Gebäude nicht umsonst zu haben. Der CDU-geführte Senat hat das erkannt und deshalb in der letzten Legislaturperiode (trotz hohem Spardruck) Geld zur Verfügung gestellt. Mehrere Modelle wurden diskutiert, am Schluss entschied man sich, das gewachsene Univiertel in Eimsbüttel erhalten zu wollen und die Universität vor Ort in Eimsbüttel zu erneuern.

Lange Planungsphase im Bezirk

Kaum war diese Entscheidung gefallen, wurde auch der Bezirk Eimsbüttel aktiv. So gründete die Bezirksversammlung einen eigenen Ausschuss, der sich mit dem Neubau der Universität befassen sollte. Auch die Verwaltung begann ihre Arbeit und veranstaltete einen sogenannten „städtebaulichen Wettbewerb“. Los ging es mit dem „MIN-Campus Bundesstraße“ (Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften: Dafür entwarfen zahlreiche Expertenbüros ihre Konzepte, wie ein Neubau bzw. eine Renovierung der Unigebäude aussehen könnte.  In diesem ersten Schritt sollten lediglich grobe (eben städtebauliche) Festsetzungen getroffen werden, also etwa: Wo stehen Gebäude, welche Form und Höhe haben sie, wo können Plätze, Wege und Grünanlagen entstehen, etc. Nur für den Bereich unmittelbar um das Geomatikum (sog. KlimaCampus) wurden in einem „hochbaulichen Wettbewerb“ schon konkretere Vorschläge, zur Ausgestaltung der Gebäude gemacht.

Die Siegerentwürfe

Anfang September entschied dann eine Kommission aus Experten, Politikern und betroffenen Bürgern über die eingereichten Vorschläge. Einige Eindrücke der Gewinnerentwürfe können hier betrachtet werden:

Bei der Auswahl wurde besonders darauf Wert gelegt, eine Wiese hinter dem Schröderstift zu erhalten. Dies war in den vorangegangenen Gesprächen mit den Anwohnern besonders häufig gefordert worden. Die genauen Details können übrigens noch bis zum 17.10.2011 im 15. OG des Geomatikums eingesehen werden, und zwar Montag bis Freitag von 15.00 Uhr bis 19.00 Uhr.

Wie es jetzt weitergeht

Diese Entwürfe geben die Vorgabe für die nun anstehenden Detailplanungen. Weiter geht es nun mit einem hochbaulichen Wettbewerb auch für Teile des MIN-Campus und der genauen Planung für den KlimaCampus. Rund um das Geomatikum soll dann schon ab 2013 gebaut werden, das Hochhaus selbst soll ab 2016 renoviert werden. Die Verwaltung plant, den KlimaCampus bis 2015 fertig zu stellen, bis 2018 soll auch die Informatik am Campus Bundesstraße in ihrem Neubau unterkommen.

Die Finanzierung

Die voraussichtlichen Baukosten für den KlimaCampus beziffern Senat und Verwaltung mit € 140 Mio. Allerdings hat sich der Senat für ein undurchsichtiges Finanzierungsmodell entschieden: Finanziert und errichtet werden die Gebäude von der städtischen SAGA (GWG), Bauherrin soll jedoch die Wissenschaftsbehörde bleiben. Die Universität soll die Gebäude nach der Fertigstellung dann von der SAGA anmieten und bekommt dafür Geld von der Wissenschaftsbehörde.

Ob dieses Modell wirklich sinnvoll ist, wird noch zu beurteilen sein. Auf den ersten Blick sieht es aber so aus, als würde sich die Stadt von einer Tasche in die andere wirtschaften – und dabei nichts als weitere Verwaltungskosten produzieren…

Von Philipp Heißner.

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Allgemeines, Eimsbüttel

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