Neubau der Uni Eimsbüttel – Ein Zwischenbericht
Februar 1, 2012 Kein Kommentar
Nachdem der CDU-Senat entschieden hatte, die Universität nicht auf den kleinen Grasbrook zu verlager, sondern in dem gewachsenen Univiertel in Eimsbüttel zu belassen, waren damit die baulichen Missstände – eine Folge jahrzehntelange Unterfinanzierung – noch nicht behoben. Daher stellte der Senat unter Ole v. Beust dringend benötigte Mittel für eine bauliche Erneuerung der Universität in Eimsbüttel zur Verfügung. Um die anstehenden Baumaßnahmen (einen Überblick darüber gibt es z.B. hier: http://cdu-in-eimsbuettel.de/uni-2018-die-zukunft-der-uni-eimsbuttel/) vor Ort zu begleiten, hat die Bezirksversammlung einen Universitätsausschuss eingerichtet.
Auch auf seiner letzten Sitzung am 31. Januar wurde dieser wieder über den aktuellen Stand der Planungen und der Bürgerbeteiligung informiert. Dabei geht es derzeit insbesondere um den bald anstehenden Architekten-Wettbewerb für die Hörsäle, Bibliothek und Mensa der MIN-Fakultät (Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften) und der Informatik, die von ihrem jetzigen Standort in Stellingen an die Bundesstraße umziehen soll. Um auch die Studenten in den Planungsprozess einzubinden, gab es in den letzten Wochen Informationsstände in den Gebäuden der betroffenen Fakultäten. Dort erhielten Interessierte Einladungen zu einem Ideenwettbewerb für die weitere Planung. (Daran kann auch noch bis Ende Februar teilgenommen werden, mehr Informationen dazu unter http://uni-baut-zukunft.hamburg.de/.) Allerdings ist vielen Studenten bisher noch gar nicht bewusst, welche weitreichenden Änderungen auf ihren Studienalltag zukommen. Der bisher eine Infostandstermin pro betroffener Fakultät reicht sicherlich nicht aus. Hier sind die Wissenschaftssenatorin als Bauherrin und insbesondere die Universität gefordert, mehr Aufmerksamkeit zu erzeugen. Denn es soll ja gerade verhindert werden, dass die große Mehrheit der Studenten sich erst beschweren, wenn die Bagger bereits anrücken.
Zudem wird derzeit überlegt, ob und wie die sog. „Alte Post“ in der Schlüterstraße in die Planungen einbezogen werden kann. Selbst wenn hier eine Einigung mit dem Eigentümer des Gebäudes erzielt werde kann, wären die Nutzungsmöglichkeiten wegen der tiefen und damit sehr dunklen Räume begrenzt. Interessant ist die Nutzung der „Alten Post“ aber in einem anderen Zusammenhang: Ursprünglich wurde überlegt, für eine (erforderliche) Übergangszeit einige Räumlichkeiten auf das Gelände hinter dem Schröderstift (beim Schlump) zu verlagern. Dadurch könnten angeblich Mietkosten im siebenstelligen Bereich gespart werden, allerdings müssten wohl einige Bäume abgeholzt (und anschließend wieder gepflanzt) werden. Da sich hiergegen allerdings der übliche „Rettet-Die-Bäume“-Widerstand regt, wurde unter anderem über eine Übergangsnutzung der „Alten Post“ nachgedacht. Hier wird zu beobachten sein, ob das übergangsweise entfernen einiger Bäume tatsächlich deutliche Mehrausgaben rechtfertigt.
Schließlich wurde ein Antrag der „Linken“ abgelehnt, eine Ortsbegehung hinter der Schröderstiftwiese durchzuführen. Trotz einer eindeutigen Beschlusslage der Bezirksversammlung würden einige Anwohner angeblich um den Erhalt dieser Wiese besorgt sein. Allerdings konnten auch die SED-Nachfolger nicht erklären, was eine Ortsbegehung daran ändern soll, zumal der Universitätsausschuss stets öffentlich tagt und damit auch die angeblich sich beschwerenden Anwohner dort hinkommen könnten.
Zusammenfassend geht nach der städtebaulichen Grobplanung im letzten Jahr nun die konkrete Planung weiter. Nachdem das Gebiet um das Geomatikum bereits konkretisiert wurde, geht es nun um die ersten Gebäude auf der gegenüberliegenden Seite der Bundesstraße. Neben der Dauerfrage der Finanzierung muss die Wissenschaftssenatorin nun vor allem klären, wie die Studenten als größte Gruppe der unmittelbar Betroffenen besser informiert werden können.
Eimsbüttel

